Moderne Wundversorgung

Moderne Wundversorgung hilft, Patienten vor chronischen Wunden zu bewahren

BVMed zu neuer Studie

In rund zwei Dritteln aller Fälle können Patienten mit wundrelevanten Diagnosen vor einem chronischen Verlauf bewahrt werden. Das zeigt eine neue Versorgungsforschungsstudie der Forschungsgruppe Primärmedizinische Versorgung (PMV) an der Universität Köln im Auftrag des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed. "Das ist ein wichtiger Erfolg, der bisher in dieser Art nicht erkennbar war und an dem die moderne Wundversorgung, wie sie seit vielen Jahren von Ärzten, Pflegekräften, Homecare-Unternehmen und Herstellern moderner Wundauflagen etabliert wurde, ihren gewichtigen Anteil hat", kommentiert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt die Studienergebnisse.

Die in der Vergangenheit veröffentlichten Angaben zur Häufigkeit des Auftretens chronischer Wunden und zur Verteilung auf die unterschiedlichen Diagnosen variierten sehr stark und waren nur bedingt abgesichert. Die neue Studie kommt auf einer breiten Datenbasis zu dem Ergebnis, dass deutlich weniger Patienten an chronischen Wunden leiden, als bisher angenommen wurde. Bei 2,7 Millionen Patienten wurden wundrelevante Diagnosen festgestellt, von denen lediglich ein Drittel (890.000 Patienten) mit einem chronischen Verlauf konfrontiert sind. Bei zwei Dritteln der Patienten konnte die Wundbehandlung innerhalb von acht Wochen beendet werden.

Von einer chronischen Wunde spricht man, sofern innerhalb von acht Wochen keine Heilung eingetreten ist. Chronische Wunden können bei einer Vielzahl von Erkrankungen als Komplikation auftreten. Am häufigsten treten offene Wunden an Unterschenkeln und diabetischen Füßen auf, gefolgt von Dekubitus (Druckgeschwüren). Patienten mit chronischen Wunden erleiden oft einen gravierenden Verlust an Lebensqualität durch Schmerzen, unangenehme Gerüche und eingeschränkte Mobilität. Neben den medizinischen Herausforderungen, die sich bei der Therapie chronischer Wunden stellen, entstehen durch die lang andauernde Behandlung oft hohe Kosten.

Der Fokus aller am Versorgungsprozess Beteiligten sollte sich nun auf das Drittel der Patienten richten, deren Wunden chronisch werden. Eine große und lohnenswerte Aufgabe, der sich die Hersteller im Bündnis mit allen Beteiligten stellen wollen. Bessere Aus- und Weiterbildung bei Ärzten und Pflegekräften, eine engere Kooperation aller Beteiligten, der Ausbau spezialisierter interdisziplinärer Versorgungsnetzwerke oder das gezielte Fallmanagement für besonders schwer betroffenen Patienten sind probate Mittel, dieses Ziel zu erreichen, so der BVMed.

Mehr Informationen zur "Initiative für moderne und phasengerechte Wundversorgung im BVMed" und die Studie als Download unter www.info-wundversorgung.de.

Ansprechpartnerin bei Fachfragen: Daniela Piossek, Leiterin Referat Krankenversicherung beim BVMed, piossek@bvmed.de.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Der BVMed stellt für Krankenhäuser und Medizinproduktehersteller einen Leitfaden zum neu eingeführten Medizinproduktemethoden-Bewertungsverfahren nach §137h SGB V (Erweiterung des bestehenden NUB-Verfahrens) vor. Weiterlesen

  • "Real-World-Evidenz bei der Nutzenbewertung von MedTech-Methoden beachten"

    Der BVMed fordert eine stärkere Beachtung der realen Versorgungssituation, sogenannte "Real-World-Evidenz", bei der Nutzenbewertung von Methoden mit Medizinprodukten. "Datenquellen, die die tatsächliche Versorgungssituation abbilden, müssen zukünftig bei der MedTech-Methodenbewertung berücksichtigt werden", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll zur Stellungnahme des MedTech-Verbandes zum Entwurf des allgemeinen Methodenpapiers Version 6.0 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Der BVMed setzt sich zudem dafür ein, künftig im Kuratorium der IQWiG-Stiftung vertreten zu sein. Weiterlesen

  • Neuer BVMed-Newsletter "MedTech ambulant" zu den neuen gesetzlichen Grundlagen für Verbandmittel

    Über die neuen gesetzlichen Grundlagen der Verbandmitteldefinition und was diese für die Verordnung und Erstattung von Verbandmitteln bedeuten informiert der BVMed in der neuesten Ausgabe seines "MedTech ambulant"-Newsletters. Der BVMed stellt dabei klar, dass sich bis 12 Monate nach der Veröffentlichung der Abgrenzungsrichtlinie, die derzeit vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet wird, an der Verordnung von Verbandmitteln und der Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung nichts ändert. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik