Chronische Wunden

Wie ist die Situation von Patienten mit offenen Wunden?

Offene Wunden sind meist mit starken Schmerzen verbunden und teils lebensgefährlich. Die schwere Erkrankung und deren Begleitumstände belasten Patienten sehr. Modernes Wundmanagement erleichtert die Situation der Betroffenen.

Schmerzen, lange Behandlungszeit, eingeschränkter Alltag: Die Erkrankung an einer offenen Wunde hat für die Betroffenen oft dramatische Folgen. Meistens dauert es schon sehr lange, bis die Patienten die richtige Therapie erhalten. Zu den Schmerzen und dem Juckreiz der Wunde selbst kommt bei nicht optimaler Versorgung die Angst vor neuen Schmerzen hinzu, wenn der Verband gewechselt werden muss. Außerdem besteht bei Wunden die Gefahr großer chirurgischer Eingriffe, wenn kein Behandlungserfolg erzielt werden kann. Wegen eines diabetischen Fußes müssen laut Deutscher Diabetes Gesellschaft pro Jahr 40.000 Amputationen vorgenommen werden. Auch Druckgeschwüre können lebensgefährlich werden. Zwar sind die vom Robert Koch-Institut und dem Statistischen Bundesamt ermittelten Zahlen für Dekubitus als Todesursache gering. Allerdings gehen sie von einer „Untererfassung“ aus. Der Grund ist, dass Dekubitus oft zusammen mit anderen Erkrankungen auftritt und als Nebendiagnose angegeben wird.

Starke psychische und alltägliche Belastung
Da eine chronische Wunde vergleichsweise häufig neu verbunden werden muss, erinnert dies den Patienten im schlechten Fall regelmäßig an den schleppenden Behandlungserfolg. Dies kann psychisch ebenso belastend sein, wie übel riechende Wunden. Letzteres führt nicht selten dazu, dass Menschen sich schämen und sich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder aus Freizeitaktivitäten zurückziehen. Sowohl die Wunde als auch erforderliche weitere Heilmaßnahmen können zudem die Bewegungsfreiheit beschränken. Wegen dieser umfassenden Einwirkung der Erkrankung auf das gesamte Leben berichten Betroffene in Studien daher auch von allgemeinem Energieverlust, Frustration oder Depression.

Ziel ist ein integratives Wundmanagement
Die moderne, hydroaktive Wundversorgung bietet bereits mehrere Vorteile gegenüber konventionellen Verbandmitteln: Eine bis zu 52 Prozent bessere Abheilungsrate, weniger und einfachere Verbandwechsel, geringere Schmerzen, Gewinn an Lebensqualität. Zusätzlich kann ein umfassendes, integratives Wundmanagement helfen. Darunter versteht man eine Behandlung, in der sich Ärzte, Pfleger und weitere Versorgungspartner aufeinander abstimmen und in Teamarbeit die Heilung vorantreiben. Nur so kann von der Berücksichtigung der Ursachen für eine chronische Wunde bis zur phasengerechten Wundbehandlung ein möglichst optimaler Heilungserfolg erzielt werden.
Zwar existieren mittlerweile Leitlinien für die Anwendung moderner Verbandmittel, auch gibt es Zertifikate für Wundassistenten und Wundtherapeuten. Allerdings wird ein modernes Wundmanagement noch nicht flächendeckend praktiziert, wie Umfragen unter Krankenkassen und niedergelassenen Ärzten ergeben haben.

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